Monthly Archives: July 2013

Pille Danach: Jetzt noch schwerer zu bekommen

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Danke liebe Stadt Regensburg für diesen Stinkefinger in Sachen Frauengesundheit.

Hier ist die Sachlage: 2017 schließt das Evangelische Krankenhaus. Genau, das einzige Krankenhaus, das bisher die Pille Danach allen Frauen verschrieben hat, die danach fragten. Klar, auch die Evangelischen sind Schweinehunde, haben sie doch eine demütigende, “pädagogische” Zwangsuntersuchung inklusive invasiver Ultraschalluntersuchung in petto. Damit man diese wundervolle Hormonkeule ja nicht zu oft als Notfallverhütung heranzieht.

Dennoch, in dieser Wahl zwischen Pest und ungewollter Schwangerschaft, war die Pille Danach immerhin zu haben. Besser als in den katholischen Häusern, die die Pille Danach nur im erwiesenen (?) Vergewaltigungsfall herausgeben. Besser als im Uniklinikum, das die Pille Danach nach harter Kritik nur “unter gewissen Umständen” verschreibt, also auch nur nach Vergewaltigung, nicht nach Verhütungsunfall.

Also Mädels aufgepasst: ab 2017 gibts keine adäquate medizinische Versorgung von Frauen in Regensburg mehr – grade nachts, an Feiertagen und am Wochenende, wo euer Lieblingsfrauenarzt nicht auf hat und die medizinische Notfallversorgung auf dem Gelände der Barmherzigen Brüder auch schon zu hat. In Österreich und Großbritannien und Frankreich ist dieses Medikament allerdings in der Apotheke zu haben. Vielleicht wirds langsam Zeit für Hamsterfahrten, wenn das so weitergeht.

Offenbar braucht Regensburg dringend eine Steigerung der Geburtenrate. Die Zusammenlegung der Kliniken unter katholischer Ägide ist jedenfalls die schlechteste Nachricht des Tages für hilfesuchende Frauen.

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Ein öffentlicher Ort. Und ein Ort der Öffentlichkeit.

Betreten Verboten

Neulich im Stadtrats-Ausschuss für wir-verkaufen-den-Regensburgern-noch-ihr-letztes-Stück-Stadt-unterm-Arsch-weg (Bauen und Wohnen) wurde eine Beschlußvorlage über das Museum der bayerischen Geschichte besprochen. Dabei kam nicht nur zu Tage, dass die Opposition sich ihre Informationen über die im Ausschuss besprochenen Beschlußvorlagen mühevoll aus dem Flurfunk und der Tagespresse zusammenklauben muss, nein, es offenbarte sich auch, welch interessante Definition die Regensburger Stadtoberen, vor allem Planungs- und Baureferentin Frau Schimpfermann, vom Konzept “öffentlicher Raum” haben.

Wo öffentlicher Raum für uns vor allem ein urbaner oder ländlicher Freiraum ist, der allen gehört und den man grundsätzlich erstmal frei benutzen kann, sieht Frau Schimpfermann den öffentlichen Raum vor allem als “Erlebnisbereich”. Sie bezieht sich damit auf die geplante Freifläche vor dem Museum der bayerischen Geschichte. Ein Haus, wohlgemerkt, das aus öffentlichen Geldern gebaut wird und das einen öffentlichen Zweck, nämlich den der Bildung und der Kulturgut-Bewahrung, verfolgt. Dieser wundervolle Raum hat also eine Freifläche, die “öffentlich” sein soll. Mit Gastronomie. Und Verzehrzwang. Und vermutlich auch nur den bezahlenden Besuchern des Museums offenstehend.

Verzeihung, Frau Schimpfermann, das ist kein öffentlicher Raum mehr. Das ist eine Farce.

Übrigens werden die Gäste des Museums der bayerischen Geschichte von ihrem Freisitz mit gastronomischem Angebot nicht nur einen wundervollen Ausblick auf die Donau haben – nein. Sie sitzen auch exakt in der visuellen Schneise der bezaubernen Busrampe, die sich genau vor dem Museum majestätisch vom Kaiufer zur Eisernen Brücke erheben wird. Wenn das kein Anblick ist.

Die Busrampe wird übrigens auch mit öffentlichen Mitteln gefördert und ist zumindest strenggenommen öffentlicher Raum. Vielleicht sollte man dann einfach mal da picknicken. Da ist bestimmt auch der Blick auf die Donau besser.

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