Pille Danach: Jetzt noch schwerer zu bekommen

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Danke liebe Stadt Regensburg für diesen Stinkefinger in Sachen Frauengesundheit.

Hier ist die Sachlage: 2017 schließt das Evangelische Krankenhaus. Genau, das einzige Krankenhaus, das bisher die Pille Danach allen Frauen verschrieben hat, die danach fragten. Klar, auch die Evangelischen sind Schweinehunde, haben sie doch eine demütigende, “pädagogische” Zwangsuntersuchung inklusive invasiver Ultraschalluntersuchung in petto. Damit man diese wundervolle Hormonkeule ja nicht zu oft als Notfallverhütung heranzieht.

Dennoch, in dieser Wahl zwischen Pest und ungewollter Schwangerschaft, war die Pille Danach immerhin zu haben. Besser als in den katholischen Häusern, die die Pille Danach nur im erwiesenen (?) Vergewaltigungsfall herausgeben. Besser als im Uniklinikum, das die Pille Danach nach harter Kritik nur “unter gewissen Umständen” verschreibt, also auch nur nach Vergewaltigung, nicht nach Verhütungsunfall.

Also Mädels aufgepasst: ab 2017 gibts keine adäquate medizinische Versorgung von Frauen in Regensburg mehr – grade nachts, an Feiertagen und am Wochenende, wo euer Lieblingsfrauenarzt nicht auf hat und die medizinische Notfallversorgung auf dem Gelände der Barmherzigen Brüder auch schon zu hat. In Österreich und Großbritannien und Frankreich ist dieses Medikament allerdings in der Apotheke zu haben. Vielleicht wirds langsam Zeit für Hamsterfahrten, wenn das so weitergeht.

Offenbar braucht Regensburg dringend eine Steigerung der Geburtenrate. Die Zusammenlegung der Kliniken unter katholischer Ägide ist jedenfalls die schlechteste Nachricht des Tages für hilfesuchende Frauen.

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4 thoughts on “Pille Danach: Jetzt noch schwerer zu bekommen

  1. gloria says:

    Um eine Steigerung der Geburtenrate kann es dabei kaum gehen. Für diese Geburten gibt es nämlich immer weniger Hebammen in Regensburg. Schlechte Arbeitsbedinungen lassen grüßen. Nach aktuellem Stand, sollte man sich erst um eine Hebamme kümmern & dann schwanger werden.

  2. dusty says:

    Nunja. Aus medizinischer Sicht braucht Nachts um 3 niemand eine Pille danach. Auch wenn man natürlich ungern Stunden oder Tage untätig rumsitzt, reicht es in jedem Fall am nächsten Tag zum/r Gynäkologen/in zu gehen oder die KVB Notfallpraxis aufzusuchen, die ja durchaus komfortable Öffnungszeiten hat.

    • David says:

      Es geht da finde ich weniger darum, ob es für gut informierte Patienten medizinisch dringend notwendig ist, leichter an dieses Präparat zu kommen. Es geht vielmehr darum, dass öffentlich geförderte, wenn nicht gar komplett öffentlich bezahlte Krankenhäuser nicht nach wissenschaftlicher Faktenlage entscheiden, sondern die Bedürfnisse ihrer Patienten der eigenen religiös verbrämten Moral unterordnen. Ich bin strikt dagegen, dass mit öffentlichen Geldern religiöse Extremhaltungen finanziert werden, und dazu gehört für mich ein Arzt, der aufgrund seines Glaubens die Behandlung eines Patienten verweigert, eindeutig dazu.

  3. twena says:

    Medizinisch magst du Recht haben. Aber denk dran, dass wenn eine Frau um die Pille Danach ansucht, vorher immer irgendwas nicht so gelaufen ist, wie es sollte. Keine Frau plant die Einnahme dieses Medikaments als Teil regulaerer Verhuetung. Es erfordert megaviel Informationsvorsprung zu wissen, was die Kassenaerztliche Versorgungsbereitschaft ist und wo die ist und wann die offen hat. Dass “Krankenhaus = Hilfe und Medizin” bedeutet, erfordert auf der anderen Seite weniger hohe Schranken an Bildung, Information und Erreichbarkeit. Schon aus diesem Grund sollten Krankenhaeuser medizinische Notfallleistungen taetigen und niemanden abweisen. Und ehrlich? Ich koennte mich nicht ruhig ins Bett legen wenn ich wuesste, dass ich eigentlich ein zeitkritisches Medikament einnehmen muss, damit sich mein Leben nicht drastisch aendert.

    Von daher: Pille Danach in jedes Krankenhaus, in jede Nachtapotheke, rezeptfrei, staendig verfuegbar, grade fuer junge Frauen, grade auch fuer Frauen aus bildungsfernen Schichten. Jede Frau sollte die Moeglichkeit haben, ihr Reproduktionsorgan nach ihrem Willen zu kontrollieren, egal wer sie ist und egal was vorgefallen ist.

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