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‘Sharkicane’ ist kein Dokumentarfilm oder: Pornos und die Jugendgefährdung

Sharks. Porn. Rule 34.

Ich liebe diese immer wieder aufbrandenden Debatten über die arme Jugend und die böse Pornografie. Ich liebe sie, weil sie in so ziemlich exakt der Form seit dem 19. Jahrhundert am Start sind und in abgewandelter Form seit der Antike (das Konzept der Pornografie, wie es heute bekannt ist, ist noch nicht so irre alt).

Erstens: Explizite Darstellungen sexueller Akte begleiten uns seit forever. Ebenso seit mindestens forever sind Verbotsdebatten, und ganz häufig wird dabei paternalistisch “die Jugend” vorgeschoben, wenn man eigentlich “meine reaktionären und unzeitgemäßen Moralvorstellungen” sagen will.

Zweitens: aktuelle Studien sagen, dass es keinen wirklich erkennbaren Zusammenhang zwischen Pornokonsum und Jugendsexualität gibt. Das bestätigt auch Sexualpädagoge Horst Stein in einem Freitag-Interview.

Ich stelle hiermit die nicht wirklich atemberaubende These in den Raum, dass die “willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit“, die wir seit Coleridge definiert haben und die wir seit dem Anfang der Mythologie als menschliches Feature in uns rumtragen, auch auf Pornos zutrifft. Ich meine damit, dass Pornos Spielfilme sind, keine Dokus. Und dass Pornos auch überwiegend so konsumiert werden. Also auf ähnliche Art, wie man Sharkicane guckt, im Vergleich zu Shark Week.

Pornografische Filme haben eine bestimmte Wirkungsweise und eine bestimmte Ästhetik, so dass man zumindest den Mainstream recht unschwer als Pornografie erkennen kann (bei Fetisch und Nischen wirds schwieriger, aber darüber redet ja keiner). Während aber niemand auf die Idee kommen würde, “Sharkicane”, also einen Film über einen Hurricane aus Haien, irgendwo im Reich der Realität anzusiedeln, nehmen viele Leute Pornografie immer noch für bare Münze oder befürchten, dass die arme Jugend Pornos als Instruction Manual ansieht. Die Verwechslung fällt in gewissem Sinne leichter, wenn man selbst keine eigenen sexuellen Erfahrungen hat. Spätestens dann, wenn man feststellt, dass Menschen jenseits der Kamera ziemlich vielfältig aussehen, dass Sex sowohl ein haptisches, als auch ein olfaktorisches Erlebnis ist, dass verschiedene Menschen verschiedene Sachen cool finden und dass man darüber reden muss, um das Optimum an Kongruenz rauszuholen, wird der Unterschied recht deutlich.

Deshalb die Verrohung der Jugend anzupreisen und über Pornografie zu wettern ist geschichtsvergessen und schlicht dumm. Das Wort der Stunde ist nicht “Verbot”, sondern “Aufklärung”.

Deshalb, Junx und Mädels: Aufklärung. Zeigen wir das Zeug in den Schulen, reden wir drüber. Und um Himmels Willen, lasst uns die greise CSU-Garde mit dazu einladen. Vielleicht lernen die ja noch was. Als Porno-Seminarleiterin für CSU-Politiker stehe ich selbstverständlich jederzeit zur Verfügung 🙂

PS: Hab ich erwähnt, dass “Sharkicane” mein neues Lieblingswort ist? Sharkicane. Sharkicane. Sharkicane. 🙂

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CRE über Pornos

Damit das andere “P” in diesem Blog nicht zu kurz kommt, hier also ein Post über Pornos. Genauergesagt ein Post über einen Podcast über Pornos. Alles wundervolle P-Wörter. Der Godfather der Podcasts hat mich neulich besucht, herausgekommen ist ein hoffentlich unterhaltsamer Beitrag zum Thema Pornografie.

Enjoy.